Emma Woodhouse
25. April 2026
Das, was man hier vorfindet, ist nur auf dem Land möglich. In keiner Stadt würde so eine Praxis länger als 1 Jahr durchhalten. Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Musste gezwungenermaßen zur Vertretung hierher. Die Räumlichkeiten sind eine einzige Zumutung. Die Aufhängung für die Jacken kam mir von der Wand entgegen und das Wartezimmer ist wirklich ein schlechter Witz. Auf geschätzten 9qm stapeln sich die Eltern mit Kindern auf abgewetzten Stühlen. Der Eingangsbereich muss als weiterer Wartebereich herhalten. Wenn ich hier nach 2 Stunden Wartezeit wieder verschwinde, habe ich noch einige andere Mitbringsel als die, mit denen ich bereits kam. Kranke Kinder mit Kindern zusammentun, die nur eine Impfung brauchen - unglaublich. Ich habe keinen einzigen Desinfektionsspender erblicken können. Immer wieder musste ich mein Kleinkind anhalten, ja nichts anzufassen - bis ich irgendwann aufgab. Die Schwestern rufen Befunde durch die Räumlichkeiten, alles kann mitgehört werden. Ich durfte sogar einen Blick in die Rumpelkammer, äh ich meine „das Labor“? werfen. Eine Zumutung. Und dann fast das Highlight: der Arzt. 30 Sekunden untersucht, irgendwas aufgeschrieben und *nichts* dazu erklärt. Das hat mir dann der Apotheker erklärt. Am nächsten Tag war mein Mann dann nochmal bei einer richtigen Ärztin, die fand die Medikation vollkommen unpassend und empfahl sofort, diese abzusetzen. Nie, nie, nie wieder. Wie der Arzt selbst guten Gewissens so arbeiten kann - das ist ein schlichtes Rätsel. Ganz ehrlich, man sollte sich schämen, sowas den armen Leuten anzubieten.