Sebastian U.
26. November 2024
Ich habe Dr. Daudert aufgrund meiner metastasierten Krebserkrankung aufgesucht, um komplementäre Behandlungsmöglichkeiten auszuloten. Mein anfänglicher Eindruck war sehr positiv, insbesondere durch die angenehme Atmosphäre und das freundliche Auftreten. Ebenso wie die Tatsache das er sich sehr viel Zeit für mich genommen hat. Während des Beratungsgesprächs bekam ich allerdings einen etwas anderen Eindruck - bzw. so ein leichtes Bauchgefühl... Es fühlte sich so an, als ob ich eine Art „Standardprogramm“ durchlaufen hätte, ohne dass Dr. Daudert sich wirklich mit den Details meines spezifischen Krankheitsbildes und den aktuellen Arztbriefen auseinandergesetzt hätte – obwohl diese vorlagen. Stattdessen wurden mir Fallbeispiele von anderen Patienten erzählt, die er erfolgreich behandelt hatte. Diese Geschichten machten mir zwar Mut, blieben aber ohne konkreten Bezug zu meiner Situation. Das Gespräch war insgesamt sehr freundlich, und kommunikativ - das kann ich nicht anders sagen - aber wie gesagt ohne spezifisch auf meine Situation einzugehen, sondern viel mehr in der Theoretischen ablehre von Krebserkrankungen und dessen "Eiweisschutzschildes". Im glauben daran das es sich um die Erstanamnese handelte, war ich auch nicht weiter skeptisch das meine Situation nicht im vollen Mittelpunkt stand. Es wurden diverse Messungen durchgeführt und Blutproben entnommen, um einen individuellen Behandlungsplan zu erstellen. Während des Gesprächs betonte Dr. Daudert, dass er mich kontaktieren würde, sobald die Ergebnisse vorliegen – eine Vorgehensweise, die ich als angemessen empfand. Und von der ich mir erhofft hatte die nötige Tiefe in die nächsten Schritte zu bekommen. Nach zehn Tagen ohne Rückmeldung kontaktierte ich die Praxis selbst und erhielt von der Arzthelferin lediglich die Information, dass alles per Post käme. Das hat mich dann schon sehr verwundert. Die Post enthielt eine Analyse der Blutwerte, allerdings ohne detailierten Bezug zu einem Behandlungsplan - bzw. den empfohlenen Supplements. Darüber hinaus waren laut meiner Onkologen in der Uniklinik einige Schlüsse der Analyse schlicht falsch. In der selben post erhielt ich die Rechnung der Privatpraxis. Der eigtl. Grund für meine negative Bewertung liegt am folgenden: Der „Behandlungsplan“ bestand aus einer Liste von fünf Nahrungsergänzungsmitteln, die ausschließlich über eine Firma aus Österreich zu beziehen waren – einer Firma, bei der Dr. Daudert selbst der Geschäftsführer ist. Die monatlichen Kosten dieser Supplements beliefen sich auf etwa 500 €. Die Tatsache das Dr. Daudert selber dort Geschäftsführer ist und mich darüber nicht proaktiv aufgeklärrt hat bzw. das transparent zu erkennen gibt empfinde ich äußerst unethisch. (Persönlich hätte ich kein Problem, wenn er im Gespräch gleich gesagt hätte - die Supplements gibt es in meiner Firma, aber auch bei XYZ...) Und weiterhin bin ich bezüglich meiner initialen Anfrage nach alternativen Schmerzmedikationen mit Metadon enttäuscht. Es wurden lediglich zwei Satz in der schriftlichen Kommunikation formuliert: „Sicherlich haben Sie sich jetzt bereits gedanken gemacht zu ihrer Anfrage - Ich empfehle Ihnen Metadon als Alternative zu nehmen.“ Allerdings keinerlei Info zum Prozedere etc. Das Gespräch hierzu, das ich mir erhofft hatte, blieb aus. Zudem wurden random eine Wärmetherapie in seiner Praxis und weitere Maßnahmen empfohlen – Vorschläge, die weder auf meine spezifische Situation abgestimmt noch ausführlich erläutert wurden. Insgesamt empfand ich die persönliche Beratung zwar wirklich freundlich und Hoffnungsmachend - aber mit der Postalischen unpersönlich, oberflächlichen Antwort wenig individuell. Die Verknüpfung von Supplements mit den laut meiner Onkologin falschen Aussagen zu meinen Blutwerten hat mich zutiefst enttäuscht. Damit kann jeder selber eine Entscheidung pro/contra einer Behandlung in der Praxis treffen.