Katharina Bäumler
22. May 2026
Ich habe mich nach diesem Termin zutiefst gedemütigt und emotional völlig fertig gefühlt. Ich saß zwei Ärzten gleichzeitig gegenüber und hatte die ganze Zeit das Gefühl, mich rechtfertigen und verteidigen zu müssen, anstatt ernst genommen zu werden. Trotz einer seit Jahren bestehenden und mehrfach bestätigten ADHS-Diagnose wurde diese nach sehr kurzer Zeit infrage gestellt und stattdessen direkt Borderline in den Raum geworfen. Medical Gaslighting vom feinsten. Außerdem wurde der Fokus viel zu stark auf psychische Themen gelegt, während meine körperlichen Schmerzen kaum ernst genommen wurden. Mir wurde gesagt, ich solle „einfach Sport machen“, weil das gegen Schmerzen helfen würde. Genau das ist aber das Problem: Ich lebe mit dauerhaften Schmerzen und kann dadurch oft kaum Sport machen. Solche Aussagen fühlen sich einfach unglaublich unsensibel an. Die gesamte Gesprächssituation war extrem unangenehm und einschüchternd. Ich wurde emotional irgendwann komplett überfordert und hatte einen richtigen Zusammenbruch vor Ort. Während ich heulend vor ihnen saß, wurde ich einfach nur wortlos angestarrt. Kein Mitgefühl, keine Empathie, keine beruhigenden Worte. Leider hatte ich zusätzlich stark das Gefühl, dass in dieser Praxis noch sehr veraltete Ansichten vorherrschen. Gerade als Frau merkt man leider immer wieder, wie schwer es ist, mit Schmerzen oder ADHS wirklich ernst genommen zu werden, ohne dass sofort andere Diagnosen wie Borderline in den Raum geworfen werden. Dabei ist längst bekannt, dass Frauen im ADHS- oder Autismus-Spektrum oft andere Symptome zeigen als Männer, an denen sich viele Diagnosebilder leider noch immer orientieren. Genau deshalb werden so viele Frauen jahrelang übersehen oder fehldiagnostiziert. Die zu schweren Behandlungsfehlern führen können.