Alexander
22. July 2025
Ich verfasse diese Bewertung als Übersetzer, der die Ehefrau eines Patienten begleitet hat. Der Patient erlitt Ende Juni schwere Verletzungen bei einem Großbrand und wurde nach der Behandlung im Brandverletztenzentrum (Halle) zur weiteren Genesung nach Hause entlassen. Er benötigt regelmäßige Wundverbände und ärztliche Nachsorge im häuslichen Umfeld. In dieser äußerst schwierigen Situation wandten wir uns an die Praxis von Herrn Viktor Herz in Coburg, um grundlegende medizinische Unterstützung zu erhalten – konkret die Übernahme als Hausarzt sowie Hilfe bei der Organisation von Pflege und Weiterbehandlung. Leider fiel unsere Erfahrung mit dieser Praxis sehr enttäuschend aus. Ohne jede Rückfrage oder Versuch, die Umstände unserer Hilfeersuchen zu verstehen, wurde uns umgehend mit den Worten: „Unsere Türen sind für neue Patienten geschlossen“ die Behandlung verweigert. Auf unsere höfliche Bitte, eine schriftliche Bestätigung der Ablehnung zu erhalten, wurde ebenfalls rundweg verneint. Der einzige Kommentar, den man uns gab, war: „Sie können einen Arzt in 10 km Entfernung suchen.“ Es wurden uns keinerlei Alternativen oder weiterführende Hinweise angeboten – weder ein Kontakt zu einem Pflegedienst, noch ein Verweis an den kassenärztlichen Dienst oder die Krankenkasse für Unterstützung. Ein solches Verhalten gegenüber einem schwer verletzten Menschen ist äußerst befremdlich und bestürzend. Selbstverständlich verstehe ich, dass Hausarztpraxen überlastet sein können und grundsätzlich das Recht haben, neue Patienten abzulehnen. Aber dieser Fall war außergewöhnlich – ein Patient direkt nach einem schweren Brandunfall – und wir hätten zumindest ein Mindestmaß an Empathie und Unterstützung erwartet. Rein rechtlich mag keine Behandlungspflicht außerhalb von Notfällen bestehen; dennoch darf ein Aufnahmestopp nicht dazu führen, dass Patienten in dringenden Fällen ohne angemessene medizinische Versorgung dastehen . In unserem Fall lag zwar kein akuter Notfall im Sekundentakt vor, aber sehr wohl ein dringlicher Versorgungsbedarf nach einem Trauma. Statt Hilfe oder wenigstens Rat erfuhren wir nichts als eine Abweisung. Aus ethischer Sicht halte ich dieses Vorgehen für höchst problematisch. Die ärztlichen Berufsgrundsätze legen nahe, dass eine klare und empathische Kommunikation entscheidend ist, um Missverständnisse zu vermeiden und das Vertrauensverhältnis zu wahren . Davon war hier nichts zu spüren – im Gegenteil, wir fühlten uns abgefertigt und alleingelassen. Es wäre das Mindeste gewesen, sich kurz unsere Situation anzuhören und uns an geeignete Stellen zu verweisen, wenn die eigene Kapazität erschöpft ist. Doch weder wurden unsere besonderen Umstände berücksichtigt, noch bekamen wir irgendeinen Rat, wie wir in dieser Notlage vorgehen sollen. Als unbeteiligter Sprachmittler, der in einer humanitären Ausnahmesituation helfen wollte, bin ich vom Umgang der Praxis von Herrn Herz zutiefst enttäuscht. Diese Erfahrung stellt die Professionalität und Mitmenschlichkeit der Praxis in Frage. Wir standen mit einem schwer gezeichneten Patienten buchstäblich vor verschlossener Tür – ohne Unterstützung dort, wo man sie dringend erwartet hätte. Ein solcher Mangel an Empathie und Verantwortung erschüttert das Vertrauen in die medizinische Versorgung. Fazit: Ich kann die Praxis von Viktor Herz nicht empfehlen. Ich formuliere meine Kritik bewusst sachlich und respektvoll, doch die geschilderte Situation verlangt nach einem deutlichen Appell: Ärzte sollten sich ihrer ethischen Verantwortung bewusst bleiben, gerade wenn verzweifelte Patienten und Angehörige an ihre Tür klopfen. Ich hoffe sehr, dass dieser Vorfall ein Umdenken anregt und kein weiterer Hilfesuchender derartig abgewiesen wird.