Rainer Schmidt
26. May 2026
Als kardiologischer Chroniker habe ich diese Praxis aufgesucht. Fachlich schien die Basis zu-nächst gegeben, das organisatorische, medizinische und menschliche Vorgehen hat mich jedoch tief enttäuscht. Beim Erstgespräch wurde mir suggeriert, dass die Aufnahme von Neupatienten standardmäßig an die Teilnahme am Hausarztprogramm (HzV) gekoppelt sei. Zur Unterschrift wurde mir lediglich die letzte Seite vorgelegt; die vollständigen Vertragsbedingungen mit der einjährigen Bindung erhielt ich erst nach der Unterzeichnung ausgehändigt. Ein transparentes Vorgehen auf Augenhöhe sieht anders aus. Als ich von meinem gesetzlichen Recht Gebrauch machte und den Vertrag innerhalb der Frist widerrief, änderte sich der Ton spürbar. Beim darauffolgenden Termin wurde mir das fest vorgesehene und eingeplante Ruhe-EKG (welches gemeinsam mit der Blut- und Urinuntersuchung stattfinden sollte) mit der unhaltbaren Begründung verweigert, dies sei ohne das Hausarztmodell nicht über die Krankenkasse abrechenbar. Auf meinen berechtigten Einwand „Ich bin aber Herzpatient!“ hieß es von der Arzthelferin lediglich: „Ich frag mal den Arzt.“ Das Ergebnis: Es wurde trotzdem kein EKG gemacht. Besonders beschämend: Bei diesem Termin war sogar ein Medizinstudent (Praktikant) anwesend, um vom Praxisinhaber zu lernen. Als angehender Mediziner musste er hier live mit-erleben, wie die ärztliche Fürsorgepflicht gegenüber einem chronischen Herzpatienten aus rein bürokratischen oder wirtschaftlichen Gründen grob vernachlässigt wurde. Bei einem chronischen Herzpatienten ist dies eine absolut indiskutable Arbeitsweise, mit der die ärztliche Fürsorgepflicht grob und fahrlässig missachtet wurde.