Fair aber kritisch
02. September 2025
Sehr gute medizinische und pflegerische Betreuung Medizinische Versorgung Die ärztliche und insbesondere anästhesiologisch-schmerztherapeutische Betreuung bewegt sich auf sehr hohem Niveau. Infiltrationen, Infusionen, Quaddelungen und Schröpfbehandlungen haben mir spürbar geholfen. Besonders positiv hervorheben möchte ich die begonnene Opioidumstellung, die bereits Wirkung zeigt und sich auf einem guten Weg befindet. Ich habe mich jederzeit medizinisch gut aufgehoben gefühlt. Therapien Die therapeutischen Angebote – insbesondere in Vitalis – hatten für mich großen Wert. Moderate Bewegung unter fachkundiger Leitung brachte mir spürbare Erleichterung und ermöglichte es, für kurze Zeit aus dem Teufelskreis Schmerz auszutreten. Zugleich weiß ich, dass noch ein langer Weg vor mir liegt, vor allem in der Akzeptanz meiner Erkrankungen. Sehr hilfreich waren die empathischen Gespräche mit Psycholog:innen und Ärzt:innen sowie die Entspannungsverfahren, die mir geholfen haben, meinen Körper nicht nur als Last zu empfinden, sondern auch wieder positive Erfahrungen zu machen. Pflege Das Pflegeteam war äußerst empathisch, liebevoll und stets präsent. Gerade in Phasen starker seelischer und körperlicher Schmerzen habe ich durch Pflegekräfte, Ärzt:innen und Therapeut:innen eine wohltuende Begleitung erfahren. Diese Form der Zuwendung war für mich von unschätzbarem Wert. Verpflegung & Service Ein besonderer Pluspunkt ist die Verpflegung: Das Essen wird im Haus frisch gekocht – ein Segen für Patient:innen. Auch das Servicepersonal, besonders auf der Wahlleistungsstation, war sehr aufmerksam und hat den Aufenthalt zusätzlich erleichtert und verschönert. Zwei konstruktive Kritikpunkte Schließung des Bewegungsbades Die aus Kostengründen erfolgte Schließung halte ich für einen schwerwiegenden Fehler. Der balneotherapeutisch nachgewiesene, schmerzlindernde Effekt moderater Bewegung im Wasser ist wissenschaftlich belegt und für Patient:innen unmittelbar erfahrbar. Diese Entscheidung schmälert die therapeutische Qualität deutlich. Fehlende Wortgottesfeiern am Sonntag In einem katholischen Haus, das sich auf das Leitbild Angela von Cordier beruft, werden sonntags keine Wortgottesfeiern angeboten. Angesichts des Priestermangels wäre dies ein niedrigschwelliges und zugleich heilsames Angebot. Gerade in Krisenzeiten kann eine Wortgottesfeier – unabhängig davon, ob man regelmäßige:r Kirchgänger:in ist – sinn- und heilungsfördernd wirken. Sie bietet Patient:innen die Möglichkeit, im geschützten Rahmen spirituelle Stärkung zu erfahren, auch wenn das persönliche Gespräch mit Ärzt:innen, Therapeut:innen oder Seelsorger:innen schwerfällt. Solche Feiern können zudem selbst für kirchenferne Patient:innen sinnstiftend und gesundheitsfördernd sein, wenn sie die Kraft finden, daran teilzunehmen.